Tödliche Rendite

Die verborgenen Geschäfte mit Streubomben

Regie: Sigrid Dethloff
Bildgestaltung: Holger Seidel
Drehbuch: Sibylle van der Walt, Sigrid Dethloff
Editor: Knut Reinhardt
Produktion: CouRage Filmproduktion

1. August 2010 – Stichtag für das Inkrafttreten des Streubomben-Verbots von Oslo vom Dezember 08. Doch die inhumanen Waffen sind gefragt wie eh und je. In Nichtunterzeichnerstaaten wie USA, Südkorea und Singapur wird Streumunition weiter produziert. Und viele Finanzinstitute in der EU greifen zu. Sie investieren in „tödliche Renditen“.

Wie kann es sein, dass dies in EU-Staaten geschieht, die die Osloer Konvention zur Ächtung von Streubomben unterzeichnet haben? Wie kann es sein, dass deutsche Banken und Versicherungen dabei sogar zu den führenden Investoren gehören? Wo doch das Völkerrechtsabkommen von der Bundesregierung schon ratifiziert worden ist?

Der Film führt vor Augen, dass der Artikel 1c des Oslo-Vertrages bewusst vage gehalten worden ist, damit der Vertrag überhaupt zustande kommt. Heute ermöglichen diese diplomatischen Eingeständnisse von damals eine Fortführung der Investitionstätigkeiten.

Aber verbietet nicht schon das normale Empfinden für Ethik und Moral solche Investitionen? Wie kann es sein, dass in Deutschland sogar Gelder aus Altersvorsorgeprodukten, in die der Staat mit einzahlt (Riester-Verträge), in Streumunitionsfirmen investiert werden? Wie können Landesbanken solche geächteten Aktien besitzen?

Eine Recherchereise über Berlin, Amsterdam, Den Haag, Brüssel und Oslo verschafft Einblicke in die Intransparenz der Finanzmärkte und die Unwissenheit von Entscheidungs-trägern in Politik und Wirtschaft. Kaum einer kann oder will nachvollziehen, wohin Fondseinzahlungen und Versicherungsprämien fließen. Und während man in Norwegen schon lange einen nationalen Ethikrat für wirtschaftliche Beziehungen hat, denkt man in EU-Staaten, wie z.B. Deutschland, Frankreich, Spanien oder auch Italien noch gar nicht darüber nach.

Ein Film über Moral, Wirtschaft und Politik, über Wünsche und Realitäten. Finanzminister, Wirtschaftsprofessor, Mitglieder des norwegischen Ethikrates, der Präsident des Menschenrechts-Ausschusses im Deutschen Bundestag, Finanzanalyst wie Besitzer von Altersvorsorgeprodukten: Alle sind konsterniert und empört. Die Opfer von Streubomben aber, darunter tausende von Kindern, warten weltweit darauf, dass die Politik endlich handelt.

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Deadly Returns

August 1, 2010 – Deadline for the inception of the Oslo Convention on Cluster Munitions of December 2008. And yet, these inhumane weapons are sought after today just like they always were. In non-signatory states like the USA, South Korea and Singapore, cluster munitions continue to be produced. And many financial institutions in the EU are signing on. They are investing in “deadly returns.”

How can this be happening in EU states that signed the Oslo Convention on Cluster Munitions? How can it be that German banks and insurance companies are actually among the leading investors? Even though theparallel national agreement has already been ratified by the Federal government?

A research trip through Berlin, Amsterdam, The Hague, Brussels and Oslo provided insights in the lack of transparency of the financial markets and the ignorance of political and business decision-makers.

A film about morality, business and politics, about hopes and realities. Finance ministers, business professors, members of the Norwegian Ethics Council, the Chair of the Human Rights Committee of the German Federal Parliament, financial analysts and owners of social security products: they are all troubled and indignant. However, the victims of cluster bombs, including thousands of children are waiting all over the world for politicians to finally do the right thing.

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